Heckeninventar Wohlen 2026

Zum dritten Mal nach 1986 und 2006 haben Freiwillige vom Natur- und Vogelschutz Wohlen die Hecken ausserhalb des Siedlungsgebiets kartiert.

Hecken bereichern die Landschaft und sind Lebensraum für unzählige Pflanzen und Tiere. Sie vernetzen Lebensräume miteinander und sind Indikatoren für die ökologische und ästhetische Qualität der Landschaft.

Der Natur- und Vogelschutz Wohlen (NVW) hat 1986 erstmals die Hecken, Feld- und Ufergehölze ausserhalb des Baugebiets in der Gemeinde Wohlen BE erhoben. 2006 erfolgte das zweite Inventar. Im Vergleich zu vor 20 Jahren ergab sich damals eine erfreuliche Zunahme der Anzahl der Hecken, nicht aber deren Fläche. Nach weiteren 20 Jahren war es 2026 Zeit für ein erneutes Inventar.


Ziele

Die Erhebung hatte zum Ziel herauszufinden, ob die Anzahl Hecken und ihre Fläche zugenommen haben und ob sich ihr Zustand verbessert hat oder nicht.


Methoden

Zunächst wurde die Karte mit den Hecken 2006 digitalisiert, sodass sie auch im Feld auf dem Handy abrufbar ist. Das Protokollblatt wurde überarbeitet, auf die Qualitätskriterien des Kantons ausgerichtet und vereinfacht. Das Gemeindegebiet wurde in 9 Sektoren eingeteilt. Insgesamt beteiligten sich 10 Freiwillige aus dem NVW an den Aufnahmen im Mai und Juni 2026.


Anzahl, Ausdehnung und Art der Hecken

Insgesamt 187 Objekte sind 2026 kartiert worden. 41 Hecken sind 2026 neu erfasst worden. Sie wurden in den letzten 20 Jahren gepflanzt, rund ein Dutzend davon vom NVW. Oder sie sind von selber entstanden, z.B. weil eine Strassenböschung nicht gemäht wurde. Fünf der 2006 kartierten

Hecken sind 2026 nicht mehr vorhanden oder sind keine Hecken mehr. Insgesamt ergibt sich wiederum eine deutliche Zunahme der Anzahl Hecken. 2026 sind es 65 % mehr als 1986 und 23 % mehr als 2006.

Die mittlere bestockte Fläche der Hecken ohne Krautsaum ist mit 205 m2 etwas grösser als 2006 mit 195 m2. Die gesamte bestockte Fläche aller Hecken beläuft sich auf 7.3 Hektaren, 16% mehr als 2006.

Die Zusammensetzung der Heckentypen hat sich im Laufe der Jahrzehnte verändert. Deutlich zugenommen haben die Baumhecken, weil in den vergangenen 20 oder 40 Jahren stattliche Bäume herangewachsen sind. Hochhecken haben erneut leicht abgenommen. Niederhecken haben sich gegenüber 2006 halbiert. Der Rückgang 2026 hat damit zu tun, dass viele Niederhecken zu Hoch- oder Baumhecken ausgewachsen sind, weil sie nicht regelmässig geschnitten wurden.


Zustand der Hecken

Der Anteil Hecken in gutem Zustand hat erneut leicht auf 60% zugenommen, Hecken in mässigem Zustand entsprechend abgenommen. Hecken in schlechtem Zustand liegen wie in den früheren Aufnahmen deutlich unter 10%.


Heckenförderung durch den Kanton und die Gemeinde

Für 40% der Hecken bestehen Direktzahlungsverträge mit der Gemeinde, dem Kanton oder beiden.


Folgerungen

Die Zunahme der Anzahl und Ausdehnung der Hecken seit 2006 ist erfreulich und ebenso die leichte Verbesserung der Qualität. Ein Grund dafür sind die Förderbeiträge des Kantons und der Gemeinde. Diese Anreize haben dazu geführt, dass neue Hecken angelegt wurden. Die subventionierten Hecken sind zudem im Mittel in einem besseren Zustand als die übrigen.


Viele Hecken werden allerdings zu wenig gepflegt. Darauf weist zum einen der geringe Anteil an Niederhecken hin, die für Insekten und Vögel wie z.B. den Neuntöter die wichtigsten sind. Zum anderen sind zwei Fünftel der Hecken bloss in einem mässigen oder schlechten Zustand. Hier gibt es Verbesserungspotential.


Link zur Karte mit allen Standorten 2026 und dem Zustand der Hecken: Geo Admin Karte


Lesen Sie hier den ausführlichen Bericht.

 

Heckeninventar Wohlen

Niederhecke Nr. 120 bei Schüpfenried

Heckeninventar Wohlen

Hochhecke Nr. 124 im Schaufelacker

Heckeninventar Wohlen

Hochhecke Nr. 98 in der Bützenmatt

Heckeninventar Wohlen

Baumhecke Nr. 171 im Uettligenfeld

Heckeninventar Wohlen

Baumhecke Nr. 116 bei Schüpfenried

Heckeninventar Wohlen

Ufergehölz Nr. 181 bei Unterdettigen